Thema: Was ist die Tendenz: Individualität oder Spiritualität?Was wären die Voraussetzungen dafür und was für eine Rolle spielt die Liebe/Nächstenliebe dabei?

Wichtige Erklärung: Die Spiritualität ist nicht mit Religion gleich zu setzten. Bei all unseren folgenden Überlegungen ist dies als Prämisse zu verstehen.

Einführung

Im Zuge des letzten Gästeabends haben wir als Gruppe zuerst weitere Interpretationen bezüglich der Betrachtung des Kosmos, eruiert.

Der Kosmos wird gesehen als ein übergeordneter Begriff, der auch wissenschaftlich zu betrachten ist. Er ist größer als der Mensch selbst. Obwohl der Mensch Teil des Kosmos ist, ist er in der Zusammensetzung nicht gleich zu setzen, wie andere Teile des Kosmos. Er kann ähnlich gesehen werden wie alles Wissen, alles an Materie, alles was existiert und alles, was unsere Welt bietet.

Für das Zusammenspiel von Chaos und Ordnung sind das Universum und der Mikrokosmos unheimlich wichtig – genauso wie das Individuum. Es gibt Zusammenhänge, die in einem Raum stehen, indem alles einen bestimmten Platz hat – und doch können diese Zusammenhänge gleichzeitig ungeordnet sein.

Zusammenfassung

Spiritualität beginnt mit der Wahrnehmung als Individuum und wird einem erst bewusst, wenn die Interaktion mit der Umwelt entsteht. Dann wird man Teil des Ganzen bzw. Teil des Kosmos. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist ein kollektives Denken.

Spiritualität ist als Gefühl, als Neugier oder Sehnsucht erfahrbar. Spiritualität spielt sich vor unserer Geburt oder nach unserem Tod ab. Hier ergibt sich die Frage nach der Unendlichkeit, die wir uns als Menschen stellen. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu Tieren, der unsere Menschlichkeit ausmacht. Es ist ein Bedürfnis zu wissen, in welcher Weise wir nach dem Tod mit der Umwelt innerhalb des Kosmos wechselwirken.

In Bezug auf die Kommunikation ist man heutzutage ständig verbunden und informiert –  wir kommunizieren zu viel und erhalten gleichzeitig zu viele Informationen.

Dadurch leidet die Spiritualität, es gibt kaum einen Raum, um über die Transzendenz nachzudenken. Der Mensch verkapselt sich und tendiert zur Individualität. Dadurch könnte aber wiederum die Suche nach Spiritualität geweckt werden, beispielweise durch Meditation und das In-sich-selbst-kehren und das eigene Erkennen.

Es stellt sich die Frage: Wo bleibt die Liebe dabei?

Spiritualität ist etwas Kostbares und ordnet sich im Universum ein, und zwar durch eigene Erfahrungen, durch die bestehenden Gedanken der Welt. Die Ausübung der Spiritualität setzt ein nach Innengekehrtes voraus, und da spielt die Individualität eine Rolle.

Heutzutage ist die Tendenz sich weder mit der Spiritualität noch mit der Individualität zu befassen, weil der Mensch sehr beschäftigt ist mit Dingen, die außerhalb der Spiritualität und der Individualität liegen. Das führt zu einer inneren Leere. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden, und im Grunde leidet damit das Kollektiv – entsprechend auch die Spiritualität.

Eigene Gedanken, generell die Frage der Existenz, die Selbsterkenntnis, sind alles Voraussetzungen für die Spiritualität.

Diese Voraussetzungen sind heutzutage ein Mangel.

Das waren die Gedanken von:
Huyen, Kamila, Macarena, Virginia, Wiebke.

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