Im Kosmos zu den Drei Grazien

Treffpunkt-Berlin für am freimaurerischen Gedankengut interessierte Frauen

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Autor: Grazien

Gästeabend am 26. April 2019

Thema: Das „Ritual“- Herkunft, Handhabung, Notwendigkeit.

„Die Phantasie übt dann das freie Spiel ihrer Schöpfungen an dem, was von den Sinnen nicht vollständig erreicht werden kann; ihr wirken nimmt eine andere Richtung bei jedem Wechsel in der Gemütsstimmung des Beobachters. Getäuscht, glauben wir von der Außenwelt zu empfangen, was wir selbst in diese gelegt haben“ Alexander von Humboldt „Kosmos“ (1845), erster Band.

„Rituale sind so alt wie die Menschheit – oder älter? Sie haben existiert, bevor es die Begrifflichkeit gab, die uns diese Form gesellschaftlichen Miteinanders heute beschreibt. Ein Ritual beschreibt eine Handlung/ Vorgehensweise nach oft streng vorgegebenen Regeln – meist formal und feierlich durchgeführt. Wir finden Rituale im Alltag jedes Menschen und jeder Form von gesellschaftlichem Zusammenleben (Partnerschaft, Familie, Firma, Gesellschaft, Kultur, Nation, Religion).

Das tägliche Zusammentreffen der Kleinsten im Morgenkreis ihres Kindergartens heißt sie willkommen und nimmt sie in der Gruppe auf, egal aus welchen Familien und Umständen sie an diesem Tag gekommen sind. Der Morgenkreis schließt den Kreis um ihre Gemeinschaft, nimmt sie in Schutz, fängt sie auf und integriert. Der immer gleiche Ablauf gibt Sicherheit und nimmt Ängste, die gerade bei den Kleinsten und ihren täglichen Veränderungen oft sehr präsent und ausdrucksstark sind. Er schafft Verlässlichkeit und gibt Halt in seiner festen Struktur. Dieser Kreis öffnet die Tür in einen vertrauten Tag mit vertrauten Menschen – ein Gefühl der Ruhe und Geborgenheit umarmt jedes Kind auf die ihm eigene Art und Weise. Es werden Lieder gesungen und Willkommensgrüße, manchmal auch Gebete gesprochen.

Rituale und Ritualisierungen haben in der Erziehung, Bildung und Sozialisation von Kindern eine zentrale Bedeutung. Sie strukturieren deren Leben und unterstützen sie dabei, sich in eine soziale Ordnung einzufügen und mit dieser konstruktiv umzugehen. Rituale gestalten Übergänge zwischen Sozialisationsfeldern und Institutionen. 

Angesichts der Globalisierung und Europäisierung ist Erziehung und Bildung in Europa heute eine interkulturelle Aufgabe, für deren Wahrnehmung Rituale und Ritualisierungen, pädagogische und soziale Gesten, die Performativität (Zusammenhang zwischen Sprechen und Handeln) sozialer Praktiken und mimetische Formen des Lernens eine große Rolle spielen.

Im familiären Kontext wird Integrität durch regelmäßige Rituale gestärkt. Dies geschieht täglich im engsten familiären Kreis und ist häufig um die Mahlzeiten herum aufgestellt aber auch in weiteren zeitlichen Abständen, um die größere Familie immer wieder aufs Neue zu orientieren und zusammenzuführen. In der jüngsten westlichen Welt ist auch die mediale Welt Mittelpunkt familiärer Rituale – dabei ist Zusammentreffen für gemeinsame kulturelle Erfahrung im Fokus. D.h. das gemeinsame Erleben prägt und ist von zentraler Bedeutung.

Das Ritual als Mittel zum ständigen Abgleich zwischen den Standpunkten des ICH und WIR und des uns umgebenden Kosmos – eine konstante Momentaufnahme der Beziehung zwischen den Dingen und der Versuch des Zurückführens zu einer Verbindlichkeit, die früher eingegangen wurde.

In diesem Zusammenhang wurden und werden Rituale auch zur Ab- und Ausgrenzung genutzt – bewusst und unbewusst. Rituale, wie der Hitlergruß waren in Ihrer Ausdrucksform ebenfalls Zeichen von Integrität und Zughörigkeit, aber auch klare Abgrenzung. Man war entweder Teil dieser Gemeinschaft oder Feind.

Auch der Abschied vom Leben, d.h. der Abschied vom ICH und WIR, wird in den meisten Kulturen rituell begangen.

Eberhard Haas ( Zeitschrift für Psychoanalyse 52(5):450-471) unternimmt in der Zeitschrift für Psychoanalyse den Versuch, die Trauerrituale unterschiedlicher alter bzw. neuer Kulturen und psychoanalytische Betrachtungen über Trauer einander gegenüberzustellen. Ausgehend von der strukturellen Verwandtschaft von Bestattungsriten, arbeitet er eine allen Totenritualen gemeinsame Struktur heraus: Die Krise, die der Tod in der Gemeinschaft auslöst, verlangt nach absondernder Opferung, damit das Kollektiv zu neuer kultureller Ordnung auferstehe. Am Beispiel des Orpheus-Mythos und analoger mythischer Erzählungen zeigt Haas, daß der Trauernde einer Zerreißprobe zwischen dem Diesseits und Jenseits ausgesetzt ist. Der Tote wird aus dem Jenseits zurückzuholen versucht. Das Scheitern dieses Versuchs ist notwendig, um die Trennung zwischen Lebenden und Toten endgültig zu besiegeln. Der Überlebende kann sich erneut im Diesseits einrichten. In der anschließenden Parallelisierung zu psychoanalytischen Theorien über die Trauer beschreibt der Autor die innerseelische Dramaturgie des individuellen Trauerprozesses, was er anhand eines Therapieausschnitts exemplifiziert.

All diese Beispiele zeigen, es kann eine starke positive oder negative Kraft in Ritualen liegen, die große soziale Strukturen und Dynamiken beeinflussen und in jedem Fall ein wichtiger Bestandteil in der gemeinschaftlichen Verbindung sind“.

„Rituale sind Erinnerungsmaschinen. Die Regelmäßigkeit macht sie zur permanenten Selbstvergewisserung. Sie beeinflussen das Sein und formen das Bewusstsein – in Bezug auf das eigene Selbst und die Umwelt. Sie dienen der Orientierung und sind prägend.

Rituale sind ein Geben, Nehmen und Empfangen  ähnlich wie bei den drei Grazien oder das „Senden, Empfangen und Denken“ wie Goethe es ausdrückte.

Das macht sie zu einem bereichernden Element im Leben.

Rituale sind Metakommunikation“

„Wichtig ist die spirituelle und symbolische Bedeutung der Rituale. Diese sind Handlungen, die auf einem Glauben basieren, sei es eine Religion, eine Politische Ideologie, die Traditionen, die Erinnerungen oder das historische Gedächtnis einer Gemeinschaft. Sie sind zeitlose Werkzeuge, die uns Ordnung und Struktur geben. Es sind Zeitreisen, die Gefühle kanalisieren und uns zurück in unser Zentrum führen können. Ein Ritual ist eine vorbereitungsbedürftige Zeremonie, die für das Gemeinschaftsleben, für die Identifikation mit der Gruppe und dem Kollektiv wichtig ist“

„Wenn ich an Ritual denke, verbinde ich es mit schönen Erinnerungen im Leben. Angefangen im Alter von etwa 3 Jahre, wo meine Mutter jeden Nachmittag zur Kuchenzeit vorbereitete und mir überreichte. Sie hatte jeden Tag etwas anderes, etwas süßes, selbst Gemachtes. Es war aber nicht das Dessert, sondern, die ganze Handlung und Liebe, die Feierlichkeit, die ich spüre, wenn ich  daran denke. Sie hatte für mich einen kleinen Tisch gedeckt. Nach dem ich dahin saß, brachte sie das Dessert und mit voller Liebe legte sie den Teller hin, das Dessert war immer warm, es roch so angenehmen. Sie erzählte wie sie es vorbereitet hatte. Auch wenn nur warme Milch mit Honig war, für mich war dieses Ritual himmlisch. Die Zuwendung, die Liebe, die Aufmerksamkeit, die Würde, ihre Stimme. Jeden Tag, selbe Uhrzeit.

Sicherlich haben wir im Alltag regelmäßig wiederkehrende Handlungen, die Struktur und Halt geben. Aber wenn das Gewöhnliche eine Zeremonie wird. Wenn diese zur Gemeinsamkeit führt und die Dimension der Liebe, der Menschlichkeit, des Göttliches bzw. Spirituelles mit hinein nimmt, das ist für mich ein Ritual.

Heutzutage, sind für mich die wichtigste Rituale: die tägliche Meditation, die Tempelarbeit in der Loge, das Chanten des Mantras, das Licht für unsere Verstorbene in der Kirche anzuzünden, die Vorbereitung für ins Bett gehen, die Vorbereitung und Einnahme meines ersten Kaffes morgens“.

Beiträge von: Claudia, Kamila, Macarena, Virginia.

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Gästeabend am 15. Februar 2019

Thema: Grazie gleich Menschenliebe?

Die Drei Grazien (Kunstwerk von Kamila Grochowski)

„Seele legt sie auch in den Genuß, noch Geist ins Bedürfnis, Grazie selbst in die Kraft, noch in die Hoheit ein Herz.“ (Johann Wolfgang von Goethe: Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens. Münchener Ausgabe, Bd 4.1, 1988, S. 709).

Einführung:

Anmut oder Grazie (synonyme Bezeichnungen in anderen Sprachen: ital. sprezzatura, leggiadria; span. gracia, despejo; frz. désinvolture, agrément; engl. grace) ist ein Begriff der philosophischen Ästhetik.

Sie bezeichnet eine Form des Schönen, die in neuerer Zeit hauptsächlich in performativen Künsten wie etwa dem Tanz gefunden wird. Seit Schiller wird Anmut üblicherweise als freie Bewegung in Schönheit, der unwillkürliche Ausdruck einer Harmonie zwischen Sinnlichem und Geistigem bezeichnet. Traditionell ist Anmut ein Gegenbegriff zum Erhabenen.

Der weitstreichendste Beitrag stammt schließlich von Schiller: In Über Anmut und Würde (1793) wird sie definiert als willkürliche Bewegung einer „schönen Seele“, die „sympathetisch“ zu einer expressiven Gesinnung steht. Anmut ist „Schönheit, die nicht von der Natur gegeben, sondern von dem Subjecte selbst hervorgebracht wird“ und dennoch wie ein Naturschönes wirkt; sie ist sozusagen bewusste Bewusstlosigkeit. (Zitat aus Schillers programmatischer Schrift: Friedrich Schiller „Ueber Anmuth und Würde“.

In „Wilhelm Meister Lehrjahre“ wird erstmals bei Goethe eine Schöne Seele gezeichnet: Eine schöne Seele ist die Tante Nataliens, Lotharios, Friedrichs und der Gräfin. Natalie erzählt Wilhelm von ihrer Tante, der schönen Seele: „Ich bin ihr so viel schuldig. Eine sehr schwache Gesundheit, vielleicht zu viel Beschäftigung mit sich selbst, und dabei eine sittliche und religiöse Ängstlichkeit ließen sie das der Welt nicht sein, was sie unter andern Umständen hätte werden können.“ Wilhelm, der die Bekenntnisse der Tante Nataliens  las, bringt zum Ausdruck, dass diese Lektüre sein weiteres Leben beeinflusst hat und fügt bei: „Was mir am meisten aus dieser Schrift entgegenleuchtete, war, ich möchte so sagen, die Reinlichkeit des Daseins, nicht allein ihrer selbst, sondern auch alles dessen, was sie umgab, diese Selbständigkeit ihrer Natur und die Unmöglichkeit, etwas in sich aufzunehmen, was mit der edlen, liebevollen Stimmung nicht harmonisch war.“

Im „Wilhelm Meisters Lehrjahren“ erzählt Goethe in den „Bekenntnissen einer Schönen Seele“ die Entwicklung eines jungen Mädchens hin zu diesem Menschenideal. Bekenntnisse einer schönen Seele: Ein junges Mädchen entdeckt die Liebe, emanzipiert sich, macht sich sowohl mit naturwissenschaftlichem als auch mit musischem und spirituellem Wissen vertraut, wendet sich ganz Gott zu und wird zu einer schönen Seele, indem es eine ganz persönliche, natürliche Religiosität entwickelt und schließlich zur wohltätigen und gläubigen Frau reift, die unter dem Namen „schöne Seele“ auch als handelnde Person auftritt.

Goethes Iphigenie auf Tauris gilt als DAS Werk der Klassik, da hier das archaisch-feudale alte Herrschafts und Menschenbild, repräsentiert durch König Thoas dem modernen-humanistischen Menschenbild, repräsentiert durch Iphigenie, gegenübersteht. „Verteufelt human“ nennt Goethe selbst später seine Iphigenie. Und tatsächlich kommt in diesem Drama das klassische Humanitäts- und Kunstideal maßvoller Harmonie, wie es Schiller für die Schöne Seele fordert, zur vollen Ausprägung – nicht zuletzt gilt ja die Iphigenie als das klassische Drama schlechthin.

Zusammenfassung der Beiträge

„Grazie und Humanität heute?
Die Selbstverwirklichung hin zu einem idealen, harmonischen Menschen, in dem Vernunft und Affekt, Wille und Pflicht, Selbstbehauptung und moralisches Handeln in schöner Harmonie ihren Ausdruck als Grazie finden… Grazie als Ausdruck einer Schönen Seele, die human und harmonisierend handelt… 

Wie modern ist dieses Menschheitsideal? Gelten heute noch diese Werte?
Oder im Zusammenhang mit der Iphigenie:
Miteinander reden statt kämpfen. Vernunft gegen Grausamkeit. Kommunikatives Verhandeln und verbales Auseinandersetzen statt althergebrachter dominanter Regeln. 

Haben diese klassischen Werte der Menschenliebe und Humanität heute Geltung?
Im Zusammenhang mit Coaching und Führung betrachtet:
Die Führungskraft als „Schöne Seele“, die in Anmut und Würde harmonisierende Strategien entwickelt, die die alten, mehr autoritativen, repressiven Führungsstile ablösen. Die ebenso Konflikte lösen kann. Dieses Menschenbild ist im Rahmen der Selbstverwirklichung als Führungskraft durchaus modern….“

„Eine Definition von Grazie lautet Anmut und Lieblichkeit. In der griechischen Antike wurde Anmut von den drei Grazien verkörpert…oft in Verbindung mit den Charakterzügen „lieblich, angenehm und freundlich zeigen“ in Verbindung gebracht. Im Mittelalter wird erstmals vom Dreiklang und Harmonie dieser Eigenschaften gesprochen, d.h. sie werden in Verbindung zueinander gestellt und nicht in Isolation betrachtet.

Bis zur Mitte des 18.Jahrhunderts, in dem z.B. Horgartus und Burke die moralische Anmut beginnen mit aufzuführen, sind die Grazien als hauptsächlich „bloße Sinnlichkeit“ und Äußerlichkeit betrachtet. Ist dafür Menschlichkeit erforderlich?

In den Werken von Goethe (Wilhelm Meisters Lehrjahre) und Schiller (Anmut und Würde) wird die Einheit von Geist und Körper nahezu als sich bedingende Voraussetzungen angeführt. Heißt dies, dass Lebens- und Geisteseinstellung und äußerlicher Ausdruck nur miteinander zum Ziel führen – also die Wesenszüge der Grazien in Menschlichkeit ihren Ausdruck finden? 

Neuzeitlich findet Klaus Krieger in „Das Prinzip der Marionette“ einen Vergleich mit dem ich sehr gut in Resonanz gehe:

Zitat: „ Schließlich wird auch dem Menschen eine natürliche Grazie zugesprochen. Er kann sie jedoch verlieren. …, geschieht das in dem Moment, wo Reflexion dazu führt, dass der Mensch sich spaltet und sein Innen und Außen nicht mehr harmonisieren.“ Für mich reflektiert diese Aussage sehr stark den Aspekt, dass nur in der „Selbstliebe“ auch „Nächstenliebe“ und damit auch Menschenliebe und Menschlichkeit möglich sind. Die innerliche und äußerliche Grazie sind erreicht“.

„Die Grazie ist für mich das Umsetzen des Wohlwollens in der Tat gegenüber einer Person oder Umgebung. Darin steckt die volle reine Liebe, die man mit den anderen teilen möchte. Dabei handelt es sich um eine ursprüngliche Gabe unseres menschlichen Daseins, wodurch ein Teil von unserer Essenz geteilt und weitergegeben wird.“

Beiträge: Claudia, Kamila, Virginia, Wiebke.

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Gästeabend am 31. mai 2019

Thema: Die praktische Umsetzung des nachhaltigen Humanismus auch unter Betrachtung der internationalen Bedürfnisse der Agenda 2030.

An der „dicke Marie“, der älteste Baum Berlins. Ihr Alter wird auf über 800 Jahre geschätzt. Der Baum wurde so von den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt nach ihrer Köchin benannt. Damals war die alte Eiche bereits 500 Jahre.

„In der Lehre vom Kosmos wird das Einzelne nur in seinem Verhältnis zum Ganzen, als Teil der Welterscheinung betrachtet“ – Weiterhin: „Der Mensch kann nicht auf die Natur einwirken, sich keine ihrer Kräfte aneignen, wenn er nicht die Naturgesetze, nach Maß und Zahlverhältnisse kennt. Auch hier liegt die Macht in der volkstümlichen Intelligenz“ Alexander von Humboldt (Kosmos)

Diese Gedanken von Alexander von Humboldt spiegeln sich wieder in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, wo die Weltgemeinschaft sich auf 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Developement Goals, kurz SDG) geeinigt haben. Sie sind universell gültig und nehmen somit auch die Industrieländer in die Verantwortung.

Zusammenfassung

„Nachhaltigkeit ergibt sich aus der Humanität bzw. aus dem humanitären Handeln. Das Schwierige an der Nachhaltigkeit ist, dass wir damit den Verzicht üben müssen. Verzicht von Konsum, von Ignoranz, Verzicht von Ego.

Die Menschen müssen sich mit Ihrem Inneren auseinandersetzten, um nachhaltig zu handeln. Sei es in einer Beziehung, in der Familie, in den Klima- und Umweltfragen. Diese Auseinandersetzung scheint den Menschen schwer zu fallen.

Die Menschen müssen bei sich selbst anfangen, bei Ihrem eigenen Inneren um Nachhaltigkeit in jeder Hinsicht zu üben.“

„ Das Gleichgewicht, der Einklang von ICH und WIR und unserer UMWELT ist eine der wesentlichen Kompositionen, um nachhaltiges Leben für unsere und weitere Generationen sicherzustellen; und eine der größten Herausforderungen.

Wir als Individuen sollten uns als Teil des Universums verstehen; als das was wir tatsächlich auf dieser Welt sind – ein Wimpernschlag in der Geschichte. Wenn jeder einzelne es schafft, sein Ego immer öfter hinter Gemeinwohl und den Fortbestand des Lebens auf der Erde zu stellen, dann kann dieser Planet auch den nächsten Generationen einen Lebensraum bieten. Die Vereinten Nationen bieten mit ihrer Agenda 2030 Grundlagen, wie nachhaltige Entwicklung und der Erhalt unseres Planeten gelingen kann. Sie erfordern Gemeinschaft, Verstehen und Verständnis – Denken und Handeln im Bewusstsein von Menschlichkeit.

Jeder von uns kann seinen Einfluss in der Gesellschaft wahrnehmen, um zu Gemeinwohl und nachhaltigem Erhalt unserer Natur beizutragen. Jeder Mensch sollte seinen Einfluss verstehen und bewusst damit umgehen. Grundvoraussetzung dafür ist ein Interesse, sich mit der Natur auseinanderzusetzen, verstehen zu wollen, andere Positionen und Standpunkte zu akzeptieren.

Das Verständnis von Zusammenhängen in Natur und Umwelt – ermöglicht eine neue Perspektive einzunehmen – neue Lebensweisen in Betracht zu ziehen. Es ist allerdings das ICH,  welches dieses Veränderungsprozess durchlaufen muss. Wie ermögliche ich der volkstümlichen Intelligenz den Zugang und die Akzeptanz des Anderen?

Ich stelle allerdings in Frage, ob der Mensch das schaffen kann. Sind wir alle doch zu sehr egozentrisch und auf unser eigenes kurzes Leben beschränkt, so dass dieses egozentrisch und auf unser eigenes kurzes Leben beschränkt, so dass dieses Gemeinschaftswerk gelingen kann? Es braucht oft sehr eindrückliche und einschneidende Erlebnisse, die uns Menschen zum Umdenken und veränderten Handeln bewegen.“

„Wie können wir unsere Aktivitäten mit nachhaltigen Entwicklungszielen verknüpfen? Erstens glaube ich, dass es unsere Verantwortung ist, diese Ziele als unsere eigenen zu betrachten, und sie in unseren sozialen, familiären, beruflichen und freimaurerischen Aktivitäten einzubeziehen, wie wir es jetzt hier tun.

Viele Institutionen arbeiten auf der theoretischen Ebene der Nachhaltigkeit, nur weil es heute ein Modethema ist und sie damit in Verbindung gebracht werden möchte. Ich halte es für keine schlechte Mode. Was ich nicht so gut finde ist, dass diese Institutionen in der Praxis meistens keine echten Maßnahmen treffen, um effektiv die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Wir sollten uns Nachhaltigkeitsziele vornehmen und Dinge tun, die ein Teil unseres Lebens werden und für unsere Entscheidungen notwendig sind. In dem Fall unseres Kreises, für unsere Projekte und Errichtungen, würde es ausreichen, nur einigen dieser 17 Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen und etwas wirklich zu tun.

Daraufhin sollten wir, für uns als Kreis,  nur ein Paar Ziele auswählen und konkrete Aktivitäten dazu entwickeln, damit sie nicht nur anekdotisch, sondern auch als wahres Markenzeichen unserer Arbeit ernst genommen werden.

Sicherlich halte ich es für sehr wichtig, unsere Ziele und Maßnahmen für die Nachhaltigkeit in diesem, unserem Blog vorzuzeigen. Auf diesem Grund, würde ich vorschlagen, aus den 17 Zielen Nachhaltigkeitsziele erstmal folgenden für die Arbeit in unserem Kreis zu verwenden: die Ziele 5, 16 und 17.“

„Ich verstehe die Nachhaltigkeit als ein Prinzip (in Anlehnung an Hans Carl von Carlowitz, 1713) , nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann. Dieser „Verbrauch“  bezieht sich im groß und ganzen auf Soziales, Wirtschaftliches und Ökologisches, so findet es man in verschiedenen Stellen.

Ich denke, der Mensch ist ein essentieller Bestandteil dieses Konstruktes, so ähnlich wie es Alexander von Humboldt im Kosmos (1845) darstellte, also der Mensch als wichtiger Bestandteil des Ganzen. Jeder Verwandlung in der Gesellschaft braucht eine Regenerationsphase um die Vorlage für die Zukunftsgenerationen aufzubauen. Eine Verwandlung darf nicht auf Kosten der Menschlichkeit geschehen. Entsprechend, meinen wir, dass auch der Humanismus eine Regenerationsphase braucht.

Jeder Verwandlung in der Gesellschaft braucht eine Regenerationsphase um die Vorlage für die Zukunftsgenerationen aufzubauen. Eine Verwandlung darf nicht auf Kosten der Menschlichkeit geschehen. Deswegen meine ich, dass der Humanismus entsprechend eine Regenerationsphase braucht.

Humanismus setzt Humanität voraus, damit ist auch die Menschlichkeit gemeint. Ich sehe die Nachhaltigkeit als die praktische Umsetzung der Ideen des Humanismus. Nachhaltiger Humanismus als ein zukunftstauglicher Humanismus.

Die rasche Änderungen, das globale Handeln und die Digitalisierung hinterlassen tiefe Veränderungen in den Menschen weltweit. Daher denke ich,  dass wir uns für die Humanisierung in der Handlung auf allen Ebenen einsetzen sollen, auf den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Ebenen.  Die Humanisierung in der Handlung ist von großer Bedeutung, wichtig dabei ist, so nach Jörn Rüsen : – auf die kulturellen Unterschiede und  auf die Humanisierung der Handlung, auch im interkulturellen Diskurs,  zu achten.  Auch in  das Selbstverständnis des Menschen als Kultur- und Sozialwesen muss die Natur in ihrer Vollkommenheit und ihrer Erhaltung wieder  integriert werden- Zitat ende.

Ich denke, besonders in der Freimaurerei, sowohl im Inneren Kreisen als auch in unseren Aktivitäten nach außen, soll die Nachhaltigkeit betrachtet werden, und zwar als die praktische Umsetzung der Ideen des Humanismus, der Menschlichkeit. Ein zukunftstauglicher Humanismus – en nachhaltiger Humanismus – in der globalen verwandelten Gesellschaft soll angestrebt werden.

Der Mensch lässt kaum der erde Zeit sich zu regenerieren. Lass uns Zeit wenigstens in unseren Begegnungsräumen die Menschlichkeit, die Humanisierung in der Handlung zu regenerieren, damit ein nachhaltiger Humanismus ausgeübt werden kann.  

Ich sehe mit großer Freude, dass wir uns hier in unserem kleinen Kreis (Freimaurerinnen und Nicht-Freimaurerinnen) mit dem Thema auseinander setzen und erstmal ganz ernst mit der Auswahl einiger Nachhaltigkeitszeile anfangen werden, die wir in der nahe Praxis umsetzen können“

Beiträge von Claudia, Kamila, Macarena, Virginia.

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Gästeabend am 18. Januar 2019

Thema: Hat die Spiritualität eine Berechtigung? Was wären die Voraussetzungen dafür und was für eine Rolle spielt die Liebe/Nächstenliebe dabei?

Wichtige Erklärung: Die Spiritualität ist nicht mit Religion gleich zu setzten. Bei all unseren folgenden Überlegungen ist dies als Prämisse zu verstehen.

Zusammenfassung

Das Wort Spiritualität hat den Ursprung im  Spiritus – Ein auf geistlich ausgerichtetes Handeln. Mein Leben und meine Interaktion mit der Gesellschaft wird durch meine Handlung und dem daraus resultierendem Handeln geprägt. Meine Haltung oder auch Lebenseinstellung entspricht meinen Gedanken und meiner Geistigkeit. Spiritualität ist Sein und fragt nicht nach Berechtigung. Der, der ich bin, kann ich durch eigene Gedanken prägen.

Spiritualität ist eine Sinn- und Bedeutung – Suchende Einstellung und Verbundenheit mit anderen Menschen und der Natur. Die Spiritualität hat eine Berechtigung und kann als einziger Ausweg aus dem Materialismus gesehen werden. Die Liebe kann hier als Schlüssel fungieren, weil sie die Akzeptanz für Andere und das Nicht-Begreifliche gibt.

Für mich ist Spiritualität etwas höchst Persönliches. Wenn ich ein Freigeist bin, brauche ich keine Berechtigung. Im Zusammenhang mit Nächstenliebe: für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Liebe und Nächstenliebe. Alle Formen von Liebe wie z.B. Nächstenliebe sind Liebe.

Für mich spielt die Liebe keine Rolle in der Spiritualität, sondern ist mit ihr gleichzusetzen. Damit ist die Frage: Was ist Spiritualität die gleiche Frage: Was ist Liebe?

Mein heutiges Erleben – wie ich Liebe definiere beinhaltet die Fähigkeit alles gleichzeitig loslassen zu können und gleichzeitig in Verbindung zu sein – eine scheinbare Dialektik. Die Spiritualität kann diese Dialektik des menschlichen Denkens auslösen. Die Spiritualität macht  es möglich scheinbare Gegensätze in sich zu vereinen und wahrnehmbar zu machen.

Wenn ich in der Liebe /Spiritualität bin, dann kann ich zwei Sachen die scheinbar gegensätzlich sind, gleichzeitig wahrnehmen. Ein Sein und Loslassen. Hier kommt das Mystische ins Spiel, indem zwei Gegensätzliche Zustände gleichzeitig existieren.

Inwiefern spielt das Kollektiv eine Rolle?
Die Gesellschaft ist für mich eine Ausdrucksform, aber nicht die Ursache. Die Spiritualität ist die Ursache, die die Gesellschaft ermöglicht. Die Spiritualität/Liebe ist der unendliche Ursprung der endlichen Gesellschaft. Der Mensch ist etwas Endliches.

Die Spiritualität hat für mich eine große Bedeutung und ist im Zuge des humanitären Gedankens elementar. Ohne Spiritualität ist eine geistig-umfangreiche Entwicklung nicht möglich. Spiritualität erfordert Empathie –  das Hinterfragen und Reflektieren des eigenen Ichs. Dafür ist der nach Innen gerichtete Blick unumgänglich. Spiritualität führt uns über die Empathie zur Liebe und Nächstenliebe. Die innere Haltung und der Blick in die Welt nach draußen schaffen eine Symbiose, die zur innerer Erfüllung führen kann und das Miteinander entscheidend prägen.

Spiritualität sehe ich getrennt von materiellen Gedanken und von Liebe. Spiritualität ist für mich eine Eigenschaft die alle Wesen mit dem Universum verbindet. Ein Tier kann spirituell sein, eine Pflanze kann spirituell sein. Die Tatsache, dass Spiritualität existent ist, gibt ihr die Berechtigung. Wir haben aus anderen Kulturen Kenntnis des Vorkommens, dass auf der spirituellen Ebene, Kriege geführt werden können und Böses angerichtet werden kann. Deswegen ist für mich Spiritualität und Liebe nicht gleich. Spiritualität ist für mich das Nicht-Stoffliche, das Unfassbare, das uns mit dem Universum verbindet.  Heutzutage ist das nicht erfassbar mit Gedanken und auch nicht mit Gefühlen.  Die Spiritualität kommt nur in der Wechselwirkung mit anderen Menschen zur Geltung, dann spüre ich die feinstoffliche spirituelle Welt. Spiritualität braucht Empathie und daraus entwickelt sich die Liebe.  Das Licht in uns entsteht durch die Liebe und den Austausch mit anderen Menschen.  Heutzutage leidet unsere Spiritualität, weil die Wechselwirkung zwischen den Menschen sich auf das Materielle fokussiert hat.  Spiritualität und Liebe sollten heutzutage gefördert werden, damit wir uns in die Richtung der Humanität und der Menschenliebe entwickeln. Die Wichtigkeit zwischen dem Ich und dem Ego – das Ego löst sich in dem spirituellen Ich auf. Das spirituelle Ich ist die Grundlage für die Liebe und das positive Wirken in der Gesellschaft. Liebe spielt eine zentrale Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das sind die Gedanken von: Claudia, Kamila, Virginia, Wiebke.

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Gästeabend 14. DEzember 2018

Thema: Was ist die Tendenz: Individualität oder Spiritualität?Was wären die Voraussetzungen dafür und was für eine Rolle spielt die Liebe/Nächstenliebe dabei?

Wichtige Erklärung: Die Spiritualität ist nicht mit Religion gleich zu setzten. Bei all unseren folgenden Überlegungen ist dies als Prämisse zu verstehen.

Einführung

Im Zuge des letzten Gästeabends haben wir als Gruppe zuerst weitere Interpretationen bezüglich der Betrachtung des Kosmos, eruiert.

Der Kosmos wird gesehen als ein übergeordneter Begriff, der auch wissenschaftlich zu betrachten ist. Er ist größer als der Mensch selbst. Obwohl der Mensch Teil des Kosmos ist, ist er in der Zusammensetzung nicht gleich zu setzen, wie andere Teile des Kosmos. Er kann ähnlich gesehen werden wie alles Wissen, alles an Materie, alles was existiert und alles, was unsere Welt bietet.

Für das Zusammenspiel von Chaos und Ordnung sind das Universum und der Mikrokosmos unheimlich wichtig – genauso wie das Individuum. Es gibt Zusammenhänge, die in einem Raum stehen, indem alles einen bestimmten Platz hat – und doch können diese Zusammenhänge gleichzeitig ungeordnet sein.

Zusammenfassung

Spiritualität beginnt mit der Wahrnehmung als Individuum und wird einem erst bewusst, wenn die Interaktion mit der Umwelt entsteht. Dann wird man Teil des Ganzen bzw. Teil des Kosmos. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist ein kollektives Denken.

Spiritualität ist als Gefühl, als Neugier oder Sehnsucht erfahrbar. Spiritualität spielt sich vor unserer Geburt oder nach unserem Tod ab. Hier ergibt sich die Frage nach der Unendlichkeit, die wir uns als Menschen stellen. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu Tieren, der unsere Menschlichkeit ausmacht. Es ist ein Bedürfnis zu wissen, in welcher Weise wir nach dem Tod mit der Umwelt innerhalb des Kosmos wechselwirken.

In Bezug auf die Kommunikation ist man heutzutage ständig verbunden und informiert –  wir kommunizieren zu viel und erhalten gleichzeitig zu viele Informationen.

Dadurch leidet die Spiritualität, es gibt kaum einen Raum, um über die Transzendenz nachzudenken. Der Mensch verkapselt sich und tendiert zur Individualität. Dadurch könnte aber wiederum die Suche nach Spiritualität geweckt werden, beispielweise durch Meditation und das In-sich-selbst-kehren und das eigene Erkennen.

Es stellt sich die Frage: Wo bleibt die Liebe dabei?

Spiritualität ist etwas Kostbares und ordnet sich im Universum ein, und zwar durch eigene Erfahrungen, durch die bestehenden Gedanken der Welt. Die Ausübung der Spiritualität setzt ein nach Innengekehrtes voraus, und da spielt die Individualität eine Rolle.

Heutzutage ist die Tendenz sich weder mit der Spiritualität noch mit der Individualität zu befassen, weil der Mensch sehr beschäftigt ist mit Dingen, die außerhalb der Spiritualität und der Individualität liegen. Das führt zu einer inneren Leere. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden, und im Grunde leidet damit das Kollektiv – entsprechend auch die Spiritualität.

Eigene Gedanken, generell die Frage der Existenz, die Selbsterkenntnis, sind alles Voraussetzungen für die Spiritualität.

Diese Voraussetzungen sind heutzutage ein Mangel.

Das waren die Gedanken von:
Huyen, Kamila, Macarena, Virginia, Wiebke.

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Gästeabend 9. November 2018

Thema: Über den Kosmos


Einführung

Zuerst sind drei Betrachtungen zu nennen, die nach unseren Recherchen zum Kosmos nennenswert aufzuführen sind.

Der Kosmos als solches wurde schon von Aristoteles (384–322 v. Chr.) angesehen wie „Die Welt als geordnetes Ganzes“.

Hypatia von Alexandrien (ca. 355-415 n. Chr.) war auf dem Gebiet der Mathematik, Astronomie und Philosophie eine der brillantesten Denkerinnen der griechischen Spätantike, die durch Beobachtungen gewisse Gesetzmäßigkeiten im Universum festzulegen versuchte. Sie erkannte, dass aufgrund der unterschiedlichen Helligkeit der Sonne, je nach Jahreszeit, die Erde und damit alle Planeten in einer Ellipse um die Sonne kreisen müssten.

„Der Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung“: „Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume und des Erdenlebens von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen, wissen, alles in einem Werke darzustellen“ Alexander von Humboldt (Kosmos, 1845 bis 1862)

Zusammenfassung

Jeder von uns betrachtet den Kosmos auf seine eigene Art. Wenn wir an Kosmos denken, denken wir an das Universum, und damit an eine Menge von Dingen, die darin existieren. Wir denken an Universalität, an Harmonie, an Ordnung, an Weltordnung. Im Allgemeinen also an Weltall und an natürliche Ordnung – und dennoch ist der Gedanke vom Chaos darin enthalten.

Bei dieser Betrachtung von Ordnung und Chaos im Kosmos sind viele Fragen entstanden: Was ist „Ordnung“? Was ist mit „geordnet“ gemeint? Je nachdem wie wir mit Ordnung und Chaos umgehen bzw. es interpretieren, spielt dabei gar das „Ursache-Wirkungsprinzip“ eine Rolle? Und wenn über Ordnung geredet wird, welche Rolle spielen für diese Betrachtung Ansichten wie Glauben oder Verneinung von Zusammenhängen (was ich nicht verstehe, gibt es nicht), oder könnte Ordnung bedeuten, alles einfach stehen zu lassen?

Der Kosmos kann auch als ein komplexes System der Aktionsreaktion betrachtet werden, in dem alles in perfekter Harmonie verwoben ist.  Der Kosmos als der unendliche Spiegel unseres Seins ist ebenfalls vorstellbar.  Der Kosmos ist die Reflexion von allem, was im Universum oder Makrokosmos und auch in uns existiert – Frauen und Männer als Mikrokosmos. Im Kosmos ist oben auch unten. So wie es innen ist, ist es auch außen.

Unter der Betrachtung vom Kosmos als Ganzes – indem wir alle miteinander verbunden sind – ist darin auch der Gedanke der Nachhaltigkeit enthalten. Die Betrachtung der Nachhaltigkeit geht nur in Verbindung mit der Betrachtung des Kosmos als Einheit, damit auch die zukünftigen Generationen mit integriert werden. Denn im Gegenteil, wer sich als „Sondergeschöpf“ sieht, völlig unabhängig von allem, als Wesen, das über Allem steht, entfernt sich als Mensch von der Einheit des Kosmos. Diese „Entfremdung“ z.B. durch „egoistisches Denken“ führt zu einer Entfernung der Kultur und der Gewohnheiten. Am Ende wird die Umgebung bzw. Umwelt durch diese Entfremdung vernichtet.

Auch die Gedanken von Makrokosmos und Mikrokosmos kommen in Zusammenhang mit dem Zeitgeist zum Gespräch: „Was im Universum ist, ist auch in uns enthalten“. Kosmos verbindet uns mit anderen Wesen des Universums, lebende oder nicht lebende. So wie Menschen den Kosmos betrachten oder verstanden haben, hat diese Betrachtung den Geist einer Epoche geprägt. Dieser Geist der Epoche hat wiederum die Spiritualität der Zeit geprägt. Hiermit ist aber Spiritualität ohne Dogmen gemeint. Die Betrachtung des Kosmos hat die Gedanken jeder Ära regiert.

Heutzutage haben die verschiedenen naturwissenschaftlichen Modelle zur Erklärung des Kosmos und Menschen eines gemeinsam: die Urkraft bzw. Lebensenergie und die Umwandlung eines Körpers im Raum. Sei es die Umwandlung durch den Tod oder durch die Relativität der Zeit (präsent sein). Das Chaos bzw. die Entropie ist der Zustand, wo alles im Gleichgewicht steht. Wenn im Kosmos Chaos und Ordnung zusammen vorhanden sind, und alles aber zur Entropie tendiert, auch nach dem Tod, wie ordnen wir uns darin ein? Könnte der Tod als das Bestreben zur Erreichung des Chaos bzw. Entropie interpretiert werden?

Die Betrachtung des Kosmos, und die vom Leben und Tod, sind verbunden. Wenn wir den Kosmos betrachten, stellen wir uns auch die Fragen, die sich alle Menschen in allen Zeiten gestellt haben: Was ist das Leben? Was ist der Tod? Wo bleibt unsere Energie nach dem Tod? Gibt es eine Seele? Lebt die Seele weiter?

In der heutigen Zeit öffnen sich die Menschen mehr und mehr und suchen nach etwas anderem, suchen nach Spiritualität. Auf der anderen Seite, aufgrund der vielen Ablenkungen, angesichts von Stress und der rasanten Entwicklung der Technik, z.B. durch die Digitalisierung, wird der Mensch immer mehr ein Individualist.

Deshalb stellen wir uns folgende Frage für den nächsten Gedankenaustausch:

Unter der Betrachtung des Kosmos in der heutigen Zeit, was ist die Tendenz: Individualität oder Spiritualität?

Das waren die Gedanken von: Macarena, Virginia und Wiebke.

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